Interviews für Neugierige

Extra für Dich sind hier Interviews mit "alten" und neuen LaiserInnen und Natürlich LernerInnen eingestellt.  LehrerInnen, und Eltern werden zu Wort kommen.



Aktuelle Videos Ende April '17

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Im Laislernen erfahren wir, das Lernen auf der gesamten zellulär-körperlichen Ebene abläuft und funktioniert. Das kognitive, der "Geist", das Denken, wirken an vielen Stellen behindernd. Es gilt zu erkennen, wann die Verarbeitung durch die Kognition und wann das Lernen auf gesamter Zellebene dran ist. Die Laisdidaktik widmet sich genau diesem Thema.

Das tts Knowledge Transfer Forums 2011 stand unter dem Veranstaltungsmotto "Was Hänschen nicht lernt…". Lernt Hänschen wirklich leichter als Hans oder ist es nicht so, dass Hans ganz anders lernt? Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte Prof. Dr. Manfred Spitzer in seinem Keynote-Vortrag, wie das menschliche Gehirn funktioniert und welchen Einfluss es auf das Lernen hat.


    Wie lernen wir?

    Wann lernen wir und warum lernen wir?

    Was sind gute Rahmenbedingungen für unser Lernen?


Schon das erste Beispiel verdeutlichte, dass Prof. Spitzer sein Publikum gerne mit provokanten Thesen aus der Reserve lockt. Dazu zeigte er ein Bild von drei Gehirnen, die erstaunliche Abweichungen von einem normalen Gehirn aufwiesen, denn ihnen fehlten große Anteile der Hirnmasse.


„Der Witz an diesem Beispiel ist“, kommentierte der Hirnforscher: „Diese drei Menschen sind klinisch unauffällig.“ Unauffällig! Das schien ganz erstaunlich, denn dem ersten Fall – einem jungen Mädchen – wurde im Alter von drei Jahren die Hälfte des Gehirns entfernt. Grund dafür war eine lebensbedrohliche Erkrankung. Vier Jahre später konnte man trotz des Eingriffs keine Einschränkungen der Gehirnleistung des Mädchens feststellen.


Sie hatte gelernt, mit einer Gehirnhälfte ihr Leben zu meistern und obwohl der Teil, in dem das Sprachzentrum sitzt, entfernt wurde, spricht das Kind zwei Sprachen fließend. „Wenn Sie ohne Sprachzentrum zwei Sprachen können“, fragte Prof. Spitzer in die Runde, „was können Sie dann mit?“ Das Publikum quittierte dies mit einem Lachen.


Die beiden anderen Beispiele zeigten, dass auch hier das Gehirn größtenteils fehlt, doch sowohl der LKW-Fahrer als auch der französische Beamte sind klinisch unauffällig. Das Gehirn wird sogar mit wenig Hirnmasse fertig. „Wenn so etwas geht, warum sind dann 20 Prozent der „normalen“ Menschen unfähig, einen Schulabschluss zu machen?“, fragte sich der Hirnforscher. „Das liegt dann wohl nicht an den Menschen, sondern an der Schule“, schlussfolgerte Spitzer und ging zum nächsten Beispiel über.

Wie lernt unser Gehirn?


Anhand mehrerer Abbildungen von Nervenzellen erklärte Spitzer die grundlegenden Funktionsweisen des Gehirns. „Synapsen, Neuronen, Neurotransmitter. Heute lernt jeder Gymnasiast, wie der Prozess im Nervensystem abläuft“, so der Hirnforscher. „Interessant ist allerdings, was diese Schüler nicht lernen: nämlich, was das Ganze soll.“


Besonders spannend ist doch, warum man Synapsen benötigt bzw. warum der elektrische Impuls in Synapsen auf chemischem Wege übertragen wird. Eine Billiarde Synapsen hat der Mensch in seinem Gehirn. Eine 1 mit 15 Nullen ­– eine unglaubliche Zahl. „Angesichts dieser Masse an Synapsen muss die Frage schon erlaubt sein, warum es diese Bestandteile einer Nervenzelle gibt“, provozierte der Hirnforscher mit einem Augenzwinkern.


Die nächste Abbildung zeigte Synapsen, die elektronenmikroskopisch fotografiert wurden. Darin steckt die Auflösung der vorherigen Frage: Je häufiger eine Synapse benutzt wird – also ein Impuls von ihr übertragen wird – desto stärker verändert sich ihre Form. Vermutet wurde dieser Ablauf bereits vor 100 Jahren, heute kann man den Prozess und sein Ergebnis bildlich nachweisen.